Samstag, 8. Juli 2017

Gehorsam war gestern "Die dumme Journalistenbrut" - "Örtliche" Gedichte zum Thema Hund

Im Zuge der Recherche zu einem regionalen Kraftwerks-Umweltskandal habe ich meine älteren Werke ans Ordnungsamt unseres Kaffes wiedergefunden. Seinerzeit habe ich sie im Morgengrauen großzügig im Eingangsbereich ausgelegt, dass auch ja jeder angebliche Beamte mehrere Exemplare für den Flurfunk zur Verfügung hatte. Viel Vergnügen. Herzliche Grüße auch an das Medienhaus Bauer!

Der Hundefurz vom Ordnungsamt (vom 16. April 2011)



Es bläst der Arsch vom Ordnungsamt
Nen Hundefurz und sagt Verdammt
Ich töne mal durch diese Welt
Die Stadt benötigt dringend Geld.

Ihr zahlt zwar Steuern - mir egal -
Der Hundeauslauf war einmal
Ihr habt ne Wiese oder zwei
Am Stadtrand in der Walachei
Dort dürft ihr hin wenn ihr sie findet
Ein Auslauf sonst ist nicht begründet.

Vor jedem Hund ich zitter meist
Denn Fiffi springt mich an und beißt
Das musste ich zwar nie erleben
Doch steht’s in jeder Zeitung eben
Und dass man sich vor allem schützt
Ist klar Auch weil es Datteln nützt.

Im übrigen was soll der Geiz
Es hat die Hundejagd doch Reiz
Der Bürger schaut und späht doch quasi
Und spielt sehr gerne auch mal Stasi
Er meldet uns den Hundehalter
Und tut was Gutes auch im Alter.

Und unsre eigen Leute schocken
Derweil sie in den Büschen hocken
Man ist halt gern in der Natur
Doch angeleint ein jeder nur
So tönt ein rechter Hundfurz
Ich leine ab und zahl mal kurz.




Da ich objektiv sein will, lasse ich natürlich auch die Gegenseite zu Wort kommen.



Wir Bürger dieser Stadt
(Denunziantengedicht)


Wir müssen alle tapfer sein
Die Hunde kriegen uns nicht klein
Der kleinste Fiffi bellt hier dreist
Und rennt mir in die Quere meist
Wenn ich im schweren Job mal hetze
Und auch mal meine Frau angrätze
Und die tönt schlecht gelaunt zurück
Dann fehlt ein Hund zu meinem Glück.

Die frechen Tölen kommen dann
Gerannt und wedeln mich noch an
Gerade so als will der Halter
Mir sagen 'Gib mal Ruhe Alter'
Das höre ich zu meinem Graus
Aus jedem Bellokläffen raus
Drum Bürger lassen wir durch Tölen
Uns einfach nicht mehr länger quälen.

Wir wollen hier zusammen stehn
Und Hunde an der Leine sehn!


Ein oder zwei mal habe ich seitdem auf der Straße einen Redakteur der Recklinghäuser Zeitung gesehen und er mich auch. Sie kennen mich alle, denn vor Jahren, als ich noch Leserbriefe schrieb habe ich sie dort persönlich abgegeben. Ich schaute zwar hin, aber es wurde weggeschaut.

Ich kann es aber irgendwie auch verstehen, denn dieses habe ich auch noch geschrieben, mit „Erfolg“. Jedenfalls wurde seit dem, meines Wissens kein Hundeunfall mehr bei uns aufgebauscht:



Ordnungsamt kennt keine Gnade
Ratsbeschluss – jeder ohne Ausnahme zahlt 25 Euro bei Verstoß



Die dumme Journalistenbrut
Schreibt nur was jeder gerne hört
Denn das bringt Spaß und kommt recht gut
Und was schön gruselt ist was wert.

Ein jeder Hundeunfall schwemmt
Ne Welle los die’s Medium liebt
Und dann kackt Meier gleich in’s Hemd
Wenn Fiffi ihm nur Pfötchen gibt.


(Die eingesetzte Aggressivität ist nicht persönlich begründet sonder künstlerisches Stilmittel des Verfassers gegen die katastrophale Berichterstattung bei Hundeunfällen in sämtlichen Medien, aber besonders auch in Zeitungen. Diese hat das gegenwärtige Klima gegen Hunde erst möglich gemacht.)

Kommentare:

  1. Der Hund, der Hund,
    auch wenn nicht Rin-Tin-Tin,
    ist sehr viel schlauer als der Mensch,
    denn feststellt doch des Volkes Mund:
    Es gibt ein Leben ohne Hund,
    doch es macht nicht wirklich einen Sinn!

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  2. Genau Uwe! <3

    Was wären wir denn ohne Hündl - doch sicher nur zwei Nervenbündel! ;o)

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Danke für den Kommentar! ct