Mittwoch, 12. Juli 2017

Mein eigener Kampf beginnt heute - Teil 1


Mein eigener Kampf beginnt heute.




Ich habe heute einen roten Brief ganz hinten aus dem Briefkasten geholt, der wahrscheinlich schon seit Freitag oder Samstag dort steckt. Das lieben "sie" ganz besonders. Vor Feiertagen oder dem Wochenende solche Briefe zu verschicken.

Hoffentlich rettet mich für heute noch der Dauerregen, denn ich bin nicht vorbereitet - wie fast immer, aber der Reihe nach:

Das hätte ich mir auch nicht träumen lassen, in meinen alten Tagen als Geringverdiener, Rentner mit Zusatzjob als Morgenbote (Gesamtverdienst weit unter tausend Euro - für Miete, Essen, Hund, Kleidung, Versicherung, Kultur, Urlaub, öff. Nvkr. ect.) noch vom Staat gejagt zu werden, weil ich zwangsweise Fernsehinformationen kaufen soll.

Geht gleich weiter, es hat geklingelt!

Nochmal Entwarnung, war nur ein Prospektverteiler.

Folgendes ist Stand der Dinge: Ich habe vor zwei Jahren oder so, einen größeren Betrag auflaufen lassen und die GEZ einfach nicht bezahlt. (Ich bekommen einen Kloß im Hals, wenn ich daran denke). Dann kam die Gerichsvollzieherin und sie meinte, sie wolle mir helfen. das zu entwirren und es müsse ja schließlich beglichen werden. Da ich wieder ruhig leben wollte, bin ich zu ihr ins Amt gegangen.

Das örtliche Rathaus ist ein schwerer düsterer Schatten aus der Industriealisierungszeit, obwohl hellgelb angestrichen und renoviert. Es erschlägt förmlich durch Autorität und mittlerweile weiß ich, dass das gewollt ist. Dort drinnen hört man keinen Mucks, keine Arbeitsgesräusche, kein Türenschlagen, keine Unterhaltungen und die düsteren, dunklen Türen schließen sich leise und doch schwer. Sie hat sich angeboten, für mich in Köln bei der GEZ anzurufen, den aktuellen Stand zu erfahren und hat ihren eigenen "Spielraum" bei ihrer Bemessung spielen lassen, wollte oder konnte mir aber keine wirkliche Reduzierung gewähren, außer 2 oder 3 Monate.

Dazu muss ich sagen, dass ich mich für arm halte und ich weiß, dass es Ermäßigung, bzw Befreiung gibt. Zu meinen Protest meinte sie "Sie hätten sich halt befreien lassen können, auch ich muss schließlich GEZ zahlen", worauf ein kleiner Streit entstand, denn ich bat um mehr rückwirkendes "Guthaben" und fand ihre Aussage nicht so toll, denn daraus entnahm ich sozusagen "Neid" auf mich. Aber den stritt sie vehement ab.

Wir haben uns dann auf einen Betrag zur Abzahlung der alten Schuld von über 20 Euro monatlich geeinigt und ich habe einen Dauerauftrag eingerichtet der jetzt immer noch läuft. Da ich davon ausgehe, dass ich meine gegenwärtige alte Schuld, sowie auch die neu auflaufende - bezahle, und da ich mehr als den üblichen Obolus trage, werde ich so nach und nach die alten Schulden los sein, da an einem Punkt, den ich nicht auszurechnen vermag, die Kurve der alten Schuld mit der neuen wegen ständiger "Überbezahlung" sich kreuzen. An dem Punkt wollte ich dann meine eigentlichen Kampf beginnen, denn ich fühle mich total zu unrecht behandelt und zwar deshalb: (aber jetzt kommt der "rote Brief" dazwischen)

Mittlerweile bin ich ein kleiner Rentner. Man hat mich quasi aus der Arge "rausgeworfen" und mich "Zwangsfrührente" beantragen zulassen, was natürlich zu meinen Kosten geht, ich bekomme noch weniger Rente. Aber ich sollte aus der Statistik verschwinden. Dann hat man mir noch 4-5 Monate später einen Beschluss hinterher geschickt, dass ich einen für mich großen Betrag nachzahlen soll, wegen dem ich dann noch Ärger wegen einer Rechtsberatung bei meinem Rechtsanwalt bekam, weil er keinen Verstoß der Behörde sah, obwohl sie Geld forderte, aber nichts Konkretes äußerte, kein Beleg, kein Paragraph soweit ich das erinnere - einfach nur Geld! Er war der Meinung, ich solle einfach zahlen und stellte mir eine derartig gesalzene Rechnung, dass ich ihm ausrechnete, für den Betrag müsse ich einen halben Monat arbeiten und er ca. 3 Stunden.

Ehrlicherweise muss ich gestehen, dass ich den heutigen roten Brief noch gar nicht geöffnet habe. Das erspare ich mir noch und werde es im Beisein der Gerichtsvollzieherin machen. Leider habe ich niemanden, der mich unterstützt, aber ich werde es auch alleine schaffen, da dieses Blogschreiben hier mir enorm hilft. (Es kann sich aber nicht um eine andere "Schuld" als die GEZ, oder heute lapidar "Beitragsservice" handeln. Ich habe sonst keine "Schulden" jedenfalls weiß ich nichts von welchen. Aber man wird es dann hier gewahr.)

Zur sogenannten "Befreiung" gibt es auch noch etwas zu sagen: Ja - ich müsste zum Amt gehen und könnte mich wegen Armut befreien lassen. Aber da meine Rente und mein kleiner Nebenverdienst nur zusammen knapp unter der Grenze liegen, muss ich wegen ein paar Euro die ganzen Anträge stellen, muss mich immer wieder neu kontrollieren und demütigen lassen, im späteren Alter jemanden finden, der dann die Anträge für mich ausfüllt, die Kontenhosen vollkommen herunter lassen. Und was ist mit dem bisschen "Kistengeld", eine winzige Versicherung für meine Beerdigung, die ich mir über 20 - 30 Jahre vom Munde abgespart habe? Die wollen "sie" sicher jetzt schon haben. So etwas ist bestimmt heutzutage unzulässig und ungehörig für jemanden wie mich!!!

Sobald es geklingelt hat oder klingelt, geht es mit Teil 2 weiter!

Danke fürs Lesen,
herzlich
Karl Taraska



Unterweltaphorismus

Es dreht die ganze Unterwelt
auf dieser Erde sich um Geld,

weshalb es nun bei Tag und Nacht
die Oberwelt genauso macht.

 









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